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Trendfrucht Jackfruit

Ich persönlich verfolge mit großem Interesse die neuesten Entwicklungen auf dem Lebensmittelmarkt und finde es spannend,  gerade wahnsinnig gehypte Trendfoods mal genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Seit einiger Zeit ist mir ein Lebensmittel immer wieder über den Weg gelaufen, nämlich die Jackfrucht, sodass ich euch heute einmal dieses Trendlebensmittel vorstellen möchte. 

Fangen wir mit der wichtigsten Frage an: Was ist das denn nun schon wieder?!

 

Die Jackfruit wächst an einem Baum, welcher in vielen Ländern Südostasiens zu finden ist und zum Wachsen er tropisches Klima benötigt.  Die Früchte selbst ( ca 25-30 pro Jahr) wachsen direkt am Stamm und können bis zu 20 Kilogramm schwer werden. Das Fruchtfleisch kann sowohl roh als auch gekocht verzehrt werden und zählt in vielen Ländern Asiens zu den Grundnahrungsmitteln. Wer bei uns eine pure Jackfruit kaufen möchte, kann diese meist nur in Asialäden finden, allerdings nimmt die Zahl an Herstellern, die eine bratfertige Zubereitung (junge Früchte, die bereits geschält wurden und in Stücke geschnitten sind) anbieten, immer mehr zu. Solche Produkte erfreuen sich an zunehmender Beliebtheit, da der Frucht aufgrund ihrer faserartigen Textur nachgesagt wird, ein echtes Fleischerlebnis zu imitieren. Somit gesellt sie sich auf dem Markt der Fleischersatzprodukte neben die aktuellen Marktführer Tofu und Seitan. Verwendet werden kann sie für Burger, Currys und viele weitere Rezepte, da sie von Natur aus geschmacksneutral ist und durch Marinieren und Würzen Fremdgeschmäcker gut annehmen kann. 

Das ist möglicherweise auch der Vorteil gegenüber den bekannten Fleischersatzprodukten. Gerade Tofu ist geschmacklich nicht unbedingt Jedermanns Sache,  allerdings sollte erwähnt werden, dass die Jackfruit, was die Inhaltsstoffe angeht, nicht an den Eiweißgehalt von Soja herankommt (gerade für Veganer ein wichtiger Kritikpunkt).

Mein persönliches Fazit: Gerade bei Produkten, die Fleisch "ersetzen" sollen, bin ich ziemlich kritisch, da ich kein Freund davon bin, mit tausend Geschmacksverstärkern oder Aromen Wurst, Schnitzel und Co. nachzubauen (dann doch lieber Fleisch aber in angepasster ausgewogener Menge....). Von daher kommen für mich auch  nur die Produkte, die man selber würzt, in Frage. Von der Textur ist die Frucht angenehm, ob man das nun als "Fleischerlebnis" empfindet, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein großer Kritikpunkt ist jedoch die ökologische Komponente: Die Jackfruchtbäume wachsen ausschließlich in den Tropen, sodass die Früchte auf langen Wegen aus Südostasien und Indien zu uns transportiert werden. Die Monokulturplantagen in diesen Gebieten sind derzeit zur Versorgung der einheimischen Märkte vorgesehen, durch einen Boom in unseren Ländern, würde der Anbau dort deutlich erweitert werden und somit vorrangig dem Export dienen - nachhaltig wäre das nicht! 

Weiterhin ist die Bezeichnung als Superfood meiner Meinung nach sehr übertrieben, der Mikronähstoffgehalt weicht kaum von dem unserer guten alten Kartoffel (die einige Euros weniger kostet...), dennoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sie sich aufgrund ihrer Geschmacksvariabilität durchaus auf dem Markt etablieren wird. 

 

Verfolgt ihr die aktuellen Lebensmitteltrends oder bleibt ihr lieber bei altbewährten Sachen?

Schreibt eure Meinung wie immer gern in die Kommentare!

 

 

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