· 

Stress und Essen Teil II

In der heutigen Fortsetzung soll es darum gehen, wie unterschiedlich mit Stress - aus ernährungsbezogener Hinsicht betrachtet -  umgegangen wird.

 

 

Auch, wenn Stress nicht gleich Stress ist und sich dementsprechend auch je nach Situation anders anfühlen kann, lässt sich ganz generell schon sagen, dass es in Bezug auf Essen bei Stress zwei Typen gibt. 

 

Typ 1 stellt bei emotionaler Belastung und Angespanntheit das Essen nahezu ein. Der Appetit verschwindet, schon beim Anblick schnüren sich Hals und Magen zu und im Bestfall wird Essen nur noch heruntergewürgt, um zu überleben. Der Kopf ist quasi zu voll, um sich auch noch mit Nahrung auseinander zu setzen. Genuss? Fehlanzeige.

 

Das sieht beim zweiten Typ ganz anders aus. Für ihn hat Essen etwas mit Belohnung, Ersatz für fehlende Anerkennung und Beruhigung zu tun. Fast Food, weil man so tapfer den Tag überlebt hat. Chips vor dem Fernseher um sich noch etwas zu gönnen. Schokolade, weil es so ein vertrautes und behütetes Gefühl verschafft. Zu diesem Stress-Es-Typus zählen etwa 30% der Bevölkerung, und viele davon haben Schwierigkeiten damit, bei Anspannung und Trubel nicht in ein richtiges Stress-Fressen zu verfallen.

 

Dass eine hohe Aufnahme von vermeintlich glücklich machenden Lebensmitteln früher oder später zu Übergewicht und Stoffwechsel-Problemen führt, ist keine Überraschung. Doch auch Menschen, die bei Stress nicht oder nur schlecht essen können, sind nicht automatisch vor einer Gewichtszunahme geschützt. In der akuten Stress Phase, bekommt der Körper nicht ausreichend Nährstoffe, ist aber durch den Stress gezwungen Vollgas zu geben. Nach und nach wird der Stoffwechsel auf minimale Sparflamme eingestellt - in unserem Inneren wird nur noch das gemacht, was fürs Überleben unbedingt notwendig ist. Die Leistungsfähigkeit sinkt, man wird unkonzentriert und übellaunig und das Stresslevel steigt im schlimmsten Fall noch weiter an.

Und: wenn nach dieser Phase wieder "normal" gegessen wird, bunkert unser Körper was das Zeug hält. Jede zusätzliche Kalorie wird sofort als Notreserve in die Fettpölsterchen gesteckt - wer weiß, wann die nächste Dürreperiode kommt. Das heißt - das Gewicht steigt, obwohl man nicht zwangsläufig mehr isst, als vor dem Stress.

 

Besser oder schlechter ist somit keiner der beiden Extremtypen, die gesundheitlichen Folgen sind ähnlich und in beiden Fällen kommt es meist durch das Mehr an Gewicht zu einer weiteren emotionalen Belastung -  ein Teufelskreis entsteht. 

 

Bei welchem Typ würdet ihr euch einordnen und habt ihr euren Typ vielleicht sogar bereits in der frühen Entwicklung erlernt?

 

Habt eine gute Zeit!

 

Eure Jule

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0