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Kinder den Kochlöffel schwingen lassen!

Kitas und Schulen sind derzeit dicht! Das Kind ist zu Hause.

Für Eltern eine echte Herausforderung. Diese lässt sich nicht nur mit Fernsehen, PC und Tablet meistern. Viele Kinder freuen sich, wenn sie das Gefühl haben, Dinge zu tun, die sonst eigentlich den Erwachsenen vorbehalten sind!

 

Jetzt wäre die Zeit, um Kinder und Jugendliche regelmäßig beim Kochen mitmachen zu lassen. Leider dürfen viele Kinder nur beim alljährlichen Plätzchenausstechen zu Weihnachten mithelfen. Freuen Sie sich jetzt schon auf Ihre fleißigen Helfer! Denn so lernen Kinder wertvolle Fähigkeiten und erweitern ihr Wissen. Kinder sind leicht zu begeistern und man macht sie

schnell neugierig. Nutzen Sie dies aus!

 

Niemand kann dem natürlichen Drang widerstehen, beim Kochen zu naschen – sei es Teig oder die frisch geputzte Möhre. Der Stolz über die eigenen Fähigkeiten motiviert Kinder, das selber zubereitete Essen zu probieren.

 

Schon ab vier Jahren können Kinder in der Küche mithelfen! Zusammen mit der gesamten Familie bedeutet es geselliges Zusammensein. Kochen ist ein Fest der Sinne: Sehen, Fühlen, Riechen und natürlich Schmecken.

 

Doch wer gestresst oder unter Zeitdruck im Homeoffice steht, sollte das Kochen mit Kindern lieber auf einen ruhigen Tag legen. So lassen sich kleine Katastrophen leichter ertragen, die einfach mit dazugehören!

Kinder sind ungeduldig, ihnen fällt leicht etwas herunter. Bitte nicht gleich schimpfen, sondern mit Humor nehmen.

 

Zum Kochen gehört auch Aufräumen und Saubermachen! Sprechen Sie hier eine Aufgabenverteilung ab. Wenn Sie Ihr Kind viel loben, entwickeln sich hier bald nützliche Helfer.

 

Suchen Sie gemeinsam ein Rezept aus. Lesen Sie gemeinsam ein Rezept, eine tolle Leseübung für Grundschüler. Statt den Geschmack der Kinder zu verteufeln, wäre es sinnvoll einen Kompromiss zu finden. Gesundes und eher Ungesundes sollten sich die Waage halten. So kann ein Gemüseeintopf mit einem leckeren Nachtisch „versüßt“ werden.

 

Das Zubereiten der Speisen darf nicht zu lange dauern, da Kinder schnell die Lust verlieren. Eine gute Möglichkeit, um eingefahrene Essgewohnheiten der Kinder zu durchbrechen, sind alte Familienrezepte. Hinter ihnen stehen Tradition und oft interessante Geschichten. Wenn Eltern für ein Gericht schwärmen und dazu nette Erinnerungen auftischen, werden die Kinder mit Begeisterung Gerichte probieren.

 

Peppen Sie Alltagsgerichte mit witzigen Namen auf. Piratenschmaus sind Backofenfischstäbchen mit Kartoffelpüree oder Holzfällerflöße im Honigmeer sind Kartoffelpuffer mit Apfelmus.

 

Auch das Auge isst mit! Zum Kochen gehört ein schön dekorierter Tisch. Lassen Sie die Kinder den Tisch auf ihre Art und Weise decken. Sie werden Überraschungen erleben. Zusammen bei Tisch kann man prima

miteinander reden. Sorgen Sie für eine angenehme Tischatmosphäre. Das tut dem Familienleben garantiert gut!!

 

Nehmen Sie sich Zeit, Ihrem Kind während des Kochens spielerisch etwas über die unterschiedlichen Lebensmittel beizubringen. Man kann zum Beispiel erzählen, wann eine Gemüsesorte Saison hat, wo sie angebaut wird und warum sie besonders gesund ist. In eine lustige Geschichte verpackt, prägt sich diese Information gut bei Kindern ein.

 

Greifen Sie das Interesse der Kinder auf, indem Sie sie so früh wie möglich in die Herstellung von Mahlzeiten einbeziehen. Dadurch lernen sie verschiedene Lebensmittel kennen, entwickeln Freude am Kochen und eine höhere Wertschätzung für ihr Essen. Und nicht vergessen. Kinder immer wieder loben!

 

Kochen ist leider auch nicht ganz ungefährlich! Wenn Ihr Kind zum ersten Mal mit dem Messer hantiert, sollten Sie genau aufpassen! Immer vom Körper weg schneiden! Informieren Sie Ihre Kinder ausführlich über Gefahrenquellen. Ausgeschaltete Herdplatten heizen noch nach.

 

Der Esstisch sollte eine medienfreie Zone sein. Zeitung, Radio, TV und Handy sind Kommunikationskiller.

 

Was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht. Einseitigkeit kann die Folge sein. Deshalb führen Sie Probieren als Pflicht ein. Denn nur durch die Lebensmittelvielfalt können Kinder Geschmack entwickeln. „Bäh“ und „Igitt“ sind bei Tisch tabu!! Das verdirbt den anderen den Appetit.

 

Übrigens: Ablehnung prägt stärker als Vorlieben. Meckert Papa über das „Kaninchenfutter“ der Mama, überzeugt das oft mehr als Mamas

Gemüseleidenschaft.

 

Gemeinsame Rahmen von Verhaltensregeln geben Kindern Geborgenheit und Orientierung. Dadurch haben es Eltern einfacher mit der täglichen Organisation.

 

Das Kochen mit meinen Kindern ist sicherlich vor der Corona-Krise zu kurz gekommen! Keine Zeit für Kocherlebnisse. Jetzt, da ich auf einmal mehr Zeit habe, gewinne ich der Corona-Zwangspause an dieser Stelle auch etwas Gutes ab.

 

Möchten Sie Ihre Erfahrungen zum Kochen mit Kindern teilen, oder haben Sie zusätzliche Tipps? Wir freuen uns darüber!

 

Ihre Birge-Liz Peters vom Team des Vitalcentrum Dr. Dettmer  

 


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