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Mein Kind sagt: "Das mag ich nicht!"

Birge-Liz Peters gibt ein paar Tipps, mit denen Sie Ihre Kinder für das Essen begeistern können:

 

Kennen Sie das auch?

Das Essen steht auf dem Tisch und wieder erntet man Ablehnung vom Kind: „Nö, das esse ich nicht!"

 

Oft spielen Kinder dann mit dem Essen und seit Generationen hören Kinder dann den Satz „Mit Essen wird nicht gespielt!“ Bleiben Sie als Eltern gelassen, nehmen Sie sich Zeit und geben Sie nicht zu schnell auf!

 

Als meine Jungs noch kleiner waren, gab es folgende Grundregel bei Tisch:

Alles wird probiert. Sollte es nicht schmecken, muss es auch nicht gegessen werden!

 

So bestimmen Sie, was, wo und wann gegessen wird. Ihr Kind entscheidet, wie viel es isst. Kinder verlassen sich auf bekannte Lebensmittel. Häufig müssen neue Gerichte oder Lebensmittel mehrmals angeboten und probiert werden, bevor sie dem Kind schmecken. Haben Sie Geduld und vor allem: machen Sie kein großes Thema daraus!

 

Kleiner Trick: Es sollte auf dem Kinderteller immer etwas sein, dass Ihrem Kind schmeckt. Kombinieren Sie vertraute Lebensmittel mit unbekannten. So erreichen Sie Veränderungen in kleinen Schritten.

 

Bekanntlich isst das Auge mit – und bei Kindern noch deutlich stärker. Gestalten Sie den Teller bunt!

Das wirkt lustig und schön und macht Kindern Appetit.

 

Farben verführen!

Grün assoziieren Kinder mit „zu gesund“ und so könnte es abgelehnt werden.

Gerne das Grüne also immer mit anderen Farben mixen. Paprikaschote und Mais kommen darum immer gut an!

Ganze Maiskolben eingerieben mit Kräuterbutter und gegrillt sind bei meinen Jungs der absolute Renner.

 

Lustige Formen und Figuren verlocken Kinder zum Zugreifen. Ganz unkompliziert mit Plätzchenformen kann man Vollkornbrot und Käse ausstechen. So sieht das Essen für Kinderaugen attraktiver aus.

 

Nicht drängen oder gar schimpfen!

Kinder nutzen das Essen gerne für Machtkämpfe, die meist überhaupt nichts mit der Ablehnung der angebotenen Speisen zu tun haben. „Wenn Du das nicht isst, fahren wir heute kein Fahrrad!“ Durch diese Aussage, wird die Ablehnung nur noch verstärkt.

 

Roh oder gekocht, geschält oder gewürfelt?

Manchmal klappt das eine gut und das andere nicht. Interessant ist, dass Kinder rohes Gemüse lieber essen als gekochtes!

Übrigen kann man Gemüse geraspelt oder püriert gut in Lieblingsspeisen verstecken – zum Beispiel in Saucen, Aufläufen oder im Wrap.

 

Bitte keine „Extrawürste“!

Bieten Sie keine Extramahlzeiten als Ersatz an. Seien Sie konsequent, auch wenn es schwerfällt.

 

Haben Sie einen Fischmuffel zuhause?

Tatsächlich isst unser Jüngster inzwischen sehr gerne Fisch. Das war nicht immer so!

Und unser Großer schiebt heute noch den Teller ungeleert zur Seite. Nur keine Panik! Die Geschmäcker sind nicht nur verschieden, sie können sich auch ändern! Ich habe die Hoffnung nicht aufgegeben und biete regelmäßig Fisch an.

 

Essen als Abenteuer: Öfter mal was Neues – das finden Erwachsene toll, Kinder macht es eher misstrauisch!

Um den Kindern dennoch Lust auf neue Geschmackserlebnisse zu machen, ist Ihre Kreativität gefragt! Eine Sinnesschulung wäre mein Vorschlag. Rohkost knackt schön beim Kauen, Püree fühlt sich im Mund weich und sanft an. Sauer schmeckt anders als salzig. Süßlich und leicht bitter ist ein großer Unterschied.

 

Wie wäre es mit einem Quiz?

Stellen sie hierzu Fragen: Wie schmeckt und riecht das?

Wussten Sie, dass Kinder viel mehr Geschmacksknospen haben als Erwachsene?

Daher schmecken Kinder auch intensiver. Die Angst vor etwas Neuem ist ein Schutzeffekt vor unbekannten und möglicherweise giftigen Lebensmitteln. Bei einigen Kindern ist dieser Mechanismus besonders stark ausgeprägt. Die Geschmacksempfindungen verändern sich im Laufe der Zeit. Es gibt Lebensmittel, an die wir uns erst gewöhnen müssen!

Bis Kinder sie genießen können, brauchen sie viele gute Erfahrungen in netter Tischatmosphäre.

 

 

Fingerfood - tierisch gut: Die Gurkenschlange!

Eine Bastelanleitung für Ihre Kids:

 

Du brauchst:

1 kleine Salatgurke

100g dicke Fleischwurst

3 Scheiben Schnittkäse

6 Scheiben Vollkornbrot

1 gefüllte Olive

1 kleines Stück rote Paprika

 

Und so geht´s:

Wasche die Salatgurke und schneide sie - bis auf einen 6cm langen Rest für den Kopf - in 1 cm dicke Scheiben.

Steche mit einem runden Keksausstecher aus dem Vollkornbrot runde Scheiben aus. Steche aus dem Schnittkäse ebenfalls runde Scheiben aus. Schneide die Fleischwurst in dünne Scheiben.

Lege jetzt abwechselnd Gurken-, Wurst-, Brot und Käsescheiben s-förmig als Schlange aneinander. Setze 2 Scheiben der Olive als Augen auf den Kopf. Ein Stück rote Paprika kommt als Zunge in einen Schlitz in den Kopf.

 

Prima auch für Kindergeburtstage!   

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