· 

Mein Feind der Heißhunger

Fast jeder von uns kennt ihn und gerade Menschen, die Gewicht loswerden möchten, fürchten ihn: den Heißhunger.

Die plötzlich auftretende, scheinbar unkontrollierbare Gier, SOFORT etwas essen zu müssen. Und nicht etwa die Karotte sondern bevorzugt Süßes oder Fettiges (oder beides in Kombination....).

 

Doch was ist Heißhunger eigentlich und kann man ihn vielleicht doch willentlich beeinflussen?

 

Zuerst einmal handelt es sich bei "Hunger" um ein lebensnotwendiges Signal, dass uns Menschen dazu bewegen soll, etwas essbares zu suchen, da sich unsere Reserven dem Ende entgegen neigen. Entscheidend ist hierbei der Gehalt an Zucker im Blut, der Blutzuckerspiegel, welcher ständig durch spezielle Rezeptoren gemessen wird. 

Daneben haben aber auch weitere Faktoren, wie bestimmte Hormone sowie Gewohnheiten und erlerntes Verhalten, Einfluss auf Appetit und Hungergefühle.  

 

Je schneller unser Blutzuckerspiegel sinkt, umso stärker empfinden wir das Verlangen nach neuem Zucker, da gerade Glukose (Traubenzucker) der am schnellsten verwertbare Nährstoff für unseren Körper ist. Wer dann zum schnellen Snack zwischendurch aus Haushaltszucker und Weißmehl greift, treibt seinen Blutzuckerwert zwar kurzfristig wieder nach oben, da die Glucose durch das ausgeschüttete Insulin aber auch schnell aus dem Blut verschwindet, geht unser Blutzucker ganz fix wieder in den Keller - und man hat erneut Hunger! Ein echter Teufelskreis!!! 

 

Heißhunger kann auch antrainiert sein, das heißt, wenn ich es gewohnt bin, jeden Abend eine Tafel Schokolade zu vernichten, erfolgt der Griff in die Süßigkeitenschublade schon ganz automatisch und es dauert einen Moment, diese Gewohnheiten auszuschleichen. Noch schwieriger wird es, wenn ich auf bestimmt Gefühle mit Essen reagiere. Sei es Stress, Trauer oder Unzufriedenheit - wenn wir bereits als Kinder mit Süßigkeiten getröstet werden, können wir diese Empfindung nicht einfach von heute auf morgen abstellen. 

 

Es gibt jedoch ein paar Tipps, wie man ständigen Heißhungerattacken vorbeugen kann!

 

1. Regelmäßige Mahlzeiten: Wer den ganzen Tag über nichts oder nur sehr wenig isst, der manövriert sich quasi unaufhaltsam in die abendliche Heißhungerfalle! Und das hat nichts mit einem Verlust an Willensstärke oder Versagen zu tun, sondern ist einfach nur die ganz normale physiologische Reaktion unseres Körpers auf einen Nahrungsentzug. Unser Körper findet es einfach richtig doof zu hungern und fordert die entgangenen Kalorien dann spätestens am Abend doppelt zurück. 

 

2. Vollkornprodukte bevorzugen: Auch bei Vollkorn handelt es sich um Kohlenhydrate, jedoch um chemisch gesehen lange komplexe Ketten, die während der Verdauung erst Stück für Stück auseinander gebaut werden müssen. Dadurch wird der Blutzucker konstanter gehalten und die Sättigung hält länger vor. 

 

3. Ausreichend Schlaf: Auch Schlafmangel kann aufgrund bestimmter Hormone zu Heißhungerattacken führen, weshalb man immer versuchen sollte, genügend Schlaf zu bekommen!

 

4. Bewusst einkaufen: Wer schon im Supermarkt dem Süßigkeitenregal widersteht, der macht es sich daheim am Abend auf der Couch einfacher, nicht in Versuchung zu geraten -  wenn keine Schokolade im Haus ist, kann auch keine in meinen Mund hinein wandern....

 

5. Naschen mit Genuss: (Heiß-) Hunger ist in erster Linie ja wie bereits erwähnt auch ein Signal unseres Körpers, dass jetzt Glucose benötigt wird. Von daher kann es durchaus helfen, diesem Signal mitunter nachzugeben. Entscheiden ist hierbei nur die Menge und das Bewusstsein. Ab und an mal zu naschen ist keineswegs eine Art des Versagens, sondern ein Genussmoment. Das heißt, kein schlechtes Gewissen, keine Reue, kein "jetzt ist es eh egal" nach dem Genuss. Wer sich ganz bewusst auf sein Stück Schokolade oder die Gummibärchen beim Essen konzentriert, der braucht auch weniger davon, als beim nebenbei essen. 

 

 

Habt ihr mit Heißhunger zu kämpfen oder schon euren Weg, ihm zu entgehen gefunden?

 

Dann schreibt es gerne in die Kommentare!

 

Jule

Kommentar schreiben

Kommentare: 0